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Monika K. aus Rhein-Kreis-Neuss schrieb am 26. Januar 2020 um 01:28
Ach Mary, das war ja eine wirklich berührende Abschiedsshow für dich. So viele Emotionen bei dir und bei deinen alten und jüngeren Weggefährten. Wenn man berücksichtigt, dass du von der Organisation gar nichts mitbekommen durftest und man wahrscheinlich gar nicht so viel Zeit zur Verfügung hatte, war das eine gut gemachte Show. Und es ist schon seltsam. Da hat man nun Zeit genug gehabt, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass du deine Sangeskarriere beendest, und trotzdem ging mir dieses Abschiednehmen richtig nah. So viele Bilder von deinen Gesangsauftritten seit den 70ern wirbelten in meinem Kopf, die Liveauftritte, die ich glücklicherweise noch rechtzeitig erleben konnte und dein sympathisches Auftreten in anderen TV-Showformaten. Dann die ganze Bandbreite von Emotionen von Wehmut bis Freude in mir; das Bedauern darüber, dass gesanglich Schluss ist, das Zerbrechen des eigenen Traums; dagegen aber die Freude, dass diese Show keine Nachruf-Show war, sondern eine fitte und lebhafte Mary gezeigt hat und das Bewusstsein, dass der Mensch Mary Roos mit seinen Träumen sehr viel wichtiger ist als alles Bedauern und alle Wehmut. Dennoch hatte ich zuweilen einen dicken Kloß im Hals und eine Anspannung in mir, die ich gar nicht beschreiben kann. Das kommt mir total lächerlich vor. Aber ich kann mir vorstellen, dass du einige deiner langjährigen Weggefährten zum Nachdenken gebracht hast, ohne dass ihnen das richtig bewusst wird. Einmal hinsichtlich der Einstellung und Haltung, mit der man eine künstlerische Berufslaufbahn absolviert und einmal hinsichtlich des Punktes, an dem man am besten aufhört. Ich glaube, das sind so Dinge, die in einen hineinkriechen und die man nicht ewig verdrängen kann. Und ich finde, dass man diese innere Auseinandersetzung manchem ansehen kann. // Einige Momente der Show waren besonders bewegend: 1. Ein Auftritt, bei dem ich erfreut und entspannt lachen musste: Marianne Rosenberg hat nach Jahrzehnten endlich wieder den erfolgreichen 70er-Sound entdeckt. 2. Roland Kaiser hat mit dem ewig schönen Knef-Titel dein Herz berührt. Und das war für jeden, der dich gerne hat, zutiefst berührend, ich schließe mich da offenherzig mit ein. Außerdem hat er das Lied live gesungen, mit einem für ihn ungewohnten Lied-Typus und einem für ihn untypischen Text. Sein ansonsten schwächer werdender Live-Gesang fiel hier, bei diesem anspruchsvollen Titel, gar nicht so auf, weil die etwas gebrochene Stimme dazu passte. Und das ist das bemerkenswerte. Ich finde, er sollte tatsächlich öfter ein paar Chansons wagen, mit Herz und Leidenschaft wie hier für dich. Ja, und der Auftritt von Michel Fugain, der war auch eine Besonderheit. Fugain hat wohl erstens auch live gesungen, selbstbewusst, markant, souverän; zweitens hat der Auftritt mit dem alten Chansons-Klassiker gezeigt, was klasse Musik ist, und was nicht wie bei vielen anderen Titeln des Abends mal eben am Computer zusammengetackert wurde; und drittens: durch die Retrospektive eurer gemeinsamen Zeit wurde mehr als deutlich, in welcher Liga du unterwegs warst! Da wurde mancher im Hintergrund bestimmt etwas still und blass ? // … in welcher Liga du unterwegs warst … ich hasse diese Vergangenheitsform… ach Mary, du bist schon einzigartig, und das bleibst du auch! … Sei lieb gegrüßt und gedrückt von mir, Monika
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