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Monika K. aus Rhein-Kreis-Neuss schrieb am 22. September 2019 um 17:27:
Nachlese zum 08.09.2019 in Hamburg. ---- „Wann hörst Du auf mich zu beeindrucken?“ Das, liebe Mary, habe ich dich nach dem (offiziell) letzten Nu-Ko-Erdbeer-Abend in Hamburg gefragt. Drei Wochen im Schmidt am Stück mit Doppeleinsatz an den Wochenenden, und dennoch sitzt die Stimme so souverän im Futter, wie die Klamotte am Leib und die Gesichtszüge bewegen sich im Gelassenheitsmodus, so wie überhaupt deine ganze warmherzige Ausstrahlung. Das wirkt alles so stimmig und das zieht mich immer wieder an. Im Hintergrund versucht mir gerade Jamie Cullum musikalisch mit ‚Life is Grey‘ seine Sicht auf die Dinge zu verdeutlichen. Ein wirklich schönes Lied, ruhig und intensiv zugleich. Aber irgendwie krieg ich dieses Grau grad nicht zusammen mit den bunten Farben, die man an einem Abend mit Mary Roos wahrnimmt. Immer wenn ich solche Lieder höre, die trotz ihrer Sentimentalität und Melancholie voller Sehnsucht und Herzenswärme nur so strotzen, und sich quasi mit aller Macht behaupten wollen in einer Welt voller Grau, dann könnte ich selbst fast platzen, weil alle Worte in mir einfach nur raus wollen. Und es gibt Künstlerinnen, die solche Lieder gesanglich und gänzlich mit Mimik und Gestik wahrhaftig interpretieren können, weil sie es in diesem Moment zu hundert Prozent leben. Zu denen gehörst DU Mary! Aber du willst dies nun nicht mehr auf musikalische Art und Weise tun, was ich wie viele andere bedauere. Du könntest so weitermachen wie bisher, weil du dein Handwerk einfach beherrschst. Sich dann selber sagen ‚ich könnte, wenn ich wollte, aber ich will nicht mehr‘, den Punkt muss man erst einmal erreichen, egal in welchem Alter. Und wenn man wie ich immer noch dein Gesicht vor Augen hat, als du mir sagtest, dass du Theater spielen willst, dann hat man kein legitimes Argument mehr dagegen, denn dein Blick wirkte in dem Moment so entspannt entschlossen und in einer weichen Art und Weise konsequent. Als ich kurze Zeit später in der U-Bahn auf dem Weg zum Hotel saß, war ich immer noch beeindruckt von dieser lebendigen und irgendwie auch jugendlichen Gewissheit. Und ich kam mir in diesem Moment selbst so unglaublich alt vor. Ich sah in das Gesicht, dass sich in der mir gegenüberliegenden Scheibe der U3 spiegelte und habe mich fast geweigert, mich selbst wiederzuerkennen. Es gab zwar gerade in der letzten Zeit gute Gründe für diesen starren und leeren Blick, aber dennoch war ich erschrocken. Zwischen den beiden Gesichtern des Abends liegen fast zwanzig Jahre Unterschied ……. Hilde Knef hat noch die Roten Rosen besungen, die ihr regnen sollten, und ist vom Wollen zum Ende des Liedes hin bescheiden aufs Möchte umgestiegen. Ich dachte immer, wie weise und lebensklug ist das denn? Und jetzt, was macht die Roos? Die Roos macht das genau anders herum  Die hat das Wollen zu ihrer Maxime gemacht. Und sie muss auch nicht wie im Märchen ihr Herz verkaufen, um erfolgreich zu sein. Karrieredefinitionen sind eh eine sehr individuelle Sache. Nun sitze ich hier und grummele vor mich hin, weil ich deine Gesangsstimme lieber mag als deine Sprechstimme, Mary 😉 Aber ich wette, ich kenne deine Sprechstimme nur zu einem kleinen Bruchteil. Beweis mir, dass sie auch auf einer Theaterbühne tausend Facetten hat. Beeindrucke mich bitte weiter! Es ist nicht deine Aufgabe, aber alleine dieser kleine Gedanke zaubert mir ein liebevolles Lächeln ins Gesicht . Liebe Grüße von einer lächelnden Monika, die seltsam beeindruckt ist, obwohl die Mary nicht mehr singen will