Hallo liebe Mary,
draußen stürmt der Wind ganz schön heftig. Dafür stürme ich heute nur mal (fast) ganz kurz in dein Gästebuch. Gestern habe ich dich in der Sendung „Punkt, Punkt, Komma, Strich“ (wohl vom 04.01.1973) bei ARD-ONE gesehen. Ich wusste gar nicht, dass es eine Vorläufersendung zu den ‚Montagsmalern‘ gab. Dabei ging es doch fast zur gleichen Zeit mit der ‚Sesamstraße‘ los, und an die Anfangszeit kann ich mich tatsächlich noch erinnern. Am Rande bemerkt, ich habe mir vor kurzem eine DVD zugelegt, einzig und allein mit den Abenteuern meines persönlichen alter-ego-Superhelden Supergrobi! Kein Geschmunzel oder Fremdschämen bitteschön, die Welt könnte eine Bataillon Supergrobis gebrauchen, jawohl, mah na mah na! Aber zurück zur Sendung vom 04.01.1973, kurz vor deinem 24. Geburtstag war das demnach. Zwei ganz tolle Lieder hast du da gesungen und diese stimmliche Brillanz, einfach klasse. Aber das ist ja bekannt. Ich kam nur gestern wieder mal ins Grübeln. So wie ich neulich erst diese ‚Apart-Gedanken‘ hatte, wo ich überlegt habe, was dich immer an diesem Wort gestört hat, so hab ich mich gestern bei der Sendung gefragt, warum um Himmels Willen du dich früher selbst als schüchtern und langweilig wahrgenommen hast? Okay, zwischen Show-Auftritten und Privatleben gibt es natürlich einen Unterschied, aber du bist doch meines Wissens immer mit großer Authentizität unterwegs gewesen und nicht mit zwei Gesichtern, oder? Also, ich habe da gestern eine absolut flotte, selbstbewusste junge Frau durchs Studio fegen sehen. In dieser Zeit noch gar nicht so selbstverständlich. Komisch, ich frage mich gerade, was sich in 46 Jahren groß geändert haben sollte … nichts, du fegst immer noch über jede Bühne :-). Zu gerne würde ich dich mit dem jungen Hüpfer von damals nebeneinander auf einer Bühne sehen. Ich glaube, ihr würdet euch vollen Herzens in die Arme fallen, keine hätte der anderen etwas vorzuwerfen. Meinetwegen könntest du auf deiner Tour das ‚Video-Duett‘ mit Mark Forster weglassen. Sing mit der jungen Mary zusammen, denn da schließt sich der Kreis und die Stimmen würden garantiert harmonieren. Und genaugenommen gehört für mich die 80er-Jahre-Mary auch noch dazu. Ich sehe und höre dich irgendwie immer in einem Mehrgenerationen-Dreiklang. Einerseits kriege ich die unterschiedlichen Frauenbilder nicht in eine Person, aber andererseits gehören sie doch mit der stimmlichen Entwicklung zusammen in ein Leben. Verrückt, oder? Liebe Sonntagsgrüße! Monika



