Liebe Mary,
ich kann Dir bzgl. deines Facebook-Statements zu den gewalttätigen Ereignissen in Paris und in der Welt nur beipflichten. Es ist nicht zu begreifen, wie Menschen derart unmenschlich ohne Herz und Verstand handeln können, auch wenn das kein neues Phänomen ist. Ich dachte nur, wir wären in der Entwicklung weiter. Ein religiöser Glaube schön und gut, aber wenn er keine Kritik zulässt und den Zweifel nicht aushalten kann, dann ist er nichts wert. Und die Menschen, die sich in ihrem gewalttätigen und krankhaften Wahn auf ihn berufen, haben den Sinn des Menschseins und des Glaubens nicht begriffen.
Das alles macht fassungslos und darf doch nicht hilflos machen. Die empfundene Angst und Sorge hat uns in Europa nun eiskalt in der Komfortzone erwischt. Aber die in Jahrhunderten erworbenen freiheitlichen Werte müssen bewahrt werden. Dazu gibt es keine Alternative. Mich lockt der sehnsuchtsvolle und naive Wunsch, es möge so abgeschirmt und beschaulich sein, wie ich mein Land in Kindheit und Jugend wahrgenommen habe. Es scheint unendlich lange her und nicht mehr erreichbar zu sein.
Und es ist erstaunlich, wie vermeintlich banale Schlagertexte aus dieser Zeit die existenziellen Dinge des Lebens auf den Punkt bringen: ‚Nur die Liebe lässt uns leben‘. Das wird hoffentlich immer so bleiben.
In diesem Sinne ganz liebe Grüße an dich!
Monika



